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"Molare Progression" beim Elefanten

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Zahnwechsel sorgt bei Elefanten für Jojo-Effekt

Das Gewicht von Zoo-Elefanten schwankt im Laufe ihres erwachsenen Lebens in einem Zyklus von etwa hundert Monaten, wie Forscher der Universität Zürich herausgefunden haben. Dies lässt sich mit dem eigentümlichen Zahnwechsel von Elefanten erklären, durch den sie mal mehr und mal weniger Kaufläche zur Verfügung haben.

Elefanten legen im Laufe ihres Lebens an Gewicht zu – von 100 kg im Kindesalter bis hin zu mehreren Tonnen im Erwachsenenalter. (Bild: Michael Geusen)

Wie der Mensch wechseln die meisten Säugetiere nur einmal im Leben ihre Zähne, wenn die Milchzähne durch die bleibenden Zähne ersetzt werden. Das genügt als Anpassung an die zunehmende Grösse des Kiefers. Doch Elefanten legen im Laufe ihres Lebens gewaltig an Gewicht zu – von einem Startgewicht von 100 kg bis hin zu mehreren Tonnen im Erwachsenenalter. Ein einziger Zahnwechsel könnte diesem enormen Wachstum des Kiefers gar nicht gerecht werden.

Elefanten zahnen fünfmal im Leben

Darum wechseln Elefanten ihre Zähne insgesamt fünfmal. Sie haben auf jeder Seite immer einen einzigen Zahn im Kiefer, der von dem nächsten grösseren Zahn langsam im Mund nach vorne geschoben wird, wo er stückweise abbricht. Schaut man einem Elefanten ins Maul, so sieht man also entweder nur einen einzigen Zahn oder Bruchstücke des älteren Zahns, hinter dem ein Teil des neueren Zahns nach vorn drängt. Diesen Vorgang nennt man auch «molare Progression».

Das hat zur Folge, dass bei Elefanten die Kaufläche immer mal wieder grösser ist – nämlich dann wenn gerade zwei Zähne gleichzeitig während des Zahnwechsels im Kiefer sind – und dann wieder kleiner, wenn gerade nur ein Zahn dort ist. Und dementsprechend ist es für die Tiere in manchen Lebensabschnitten leichter oder schwieriger, beim Essen genügend Pflanzenmaterial für den Erhalt oder die Zunahme ihres Gewichts zu zerkleinern.

Europaweite Gewichtskontrolle

Forscher der Vetsuisse-Fakultät der Universität Zürich haben nun bei Zoo-Elefanten Gewichtsschwankungen beobachtet, die sich durch diese Zahnwechsel erklären lassen. «Eigentlich wollten wir herausfinden, ob Zoo-Elefanten, die sich fortpflanzen, schlanker sind als solche, die keine Nachkommen produzieren», sagt Marcus Clauss von der Klinik für Zoo-, Heim- und Wildtiere. Zu diesem Zweck besuchte der Doktorand Christian Schiffmann fast alle Zoos in Europa und notierte die Gewichte der Dickhäuter.

 

Elefanten haben auf jeder Seite einen einzigen Zahn im Kiefer, der vom nächsten grösseren Zahn langsam nach vorne geschoben wird, wo er stückweise abbricht. (Illustration: UZH)

Zahnwechsel passt zu zyklischer Schwankung des Gewichts

Dabei fiel ihnen ein Muster auf: Die Tiere nehmen zunächst vom Kindes- bis zum Erwachsenenalter hin stetig zu, um dann in ihrem Körpergewicht in langen Zyklen von etwa hundert Monaten um 300 kg zu fluktuieren. «Zuerst dachten wir, es könnte etwas mit den Jahreszeiten oder der Fortpflanzung selbst zu tun haben», erklärt Christian Schiffmann. «Aber der Zyklus ist deutlich länger als ein Jahr, und wir fanden das Muster in Gruppen sowohl mit als auch ohne Fortpflanzung. Da bleibt als einzige plausible Erklärung nur der ungewöhnliche Zahnwechsel der Elefanten übrig.»

Im natürlichen Lebensraum sollte dieses Phänomen übrigens nicht zu beobachten sein: Da Elefanten das ganze Jahr über Junge bekommen, aber saisonalen Schwankungen im Nahrungsangebot ausgesetzt sind, haben Tiere der verschiedensten Altersstufen und abhängig von jeweiligen Zustand der Zähne Zugang zu unterschiedlicher Nahrungsqualität. Das Gewicht der Elefanten wird deshalb nicht nur durch den Zahnwechsel, sondern auch durch andere Faktoren beeinflusst. Nur in Zoos, wo die Fütterung vergleichsweise einheitlich ist, kann das Muster deutlich zutage treten. Für Clauss ist diese Studie deshalb ein ausgezeichnetes Beispiel dafür, wie Untersuchungen an Zootieren neue biologische Erkenntnisse liefern können, die durch Beobachtungen in freier Wildbahn nicht möglich gewesen wären.

Literatur: Schiffmann C, Hatt J-M, Hoby S, Codron D, Clauss M. Elephant body mass cyclicity suggests effect of molar progression on chewing efficiency. Mammalian Biology (in press), 9 January 2019. Doi: 10.1016/j.mambio.2018.12.004

Quelle: www.media.uhz.ch

Antwort der BZÄK auf den offenen Brief

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Antwort auf diesen offenen Brief:
http://www.zahnarzt-forum.info/news/190-offener-brief-an-die-bzaek-bezuegl-jameda

Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,

wir beziehen uns auf Ihren offenen Brief an die Bundeszahnärztekammer (BZÄK) in Sache Jameda.

die Bundeszahnärztekammer beobachtet das Geschäftsmodell von Bewertungsportalen, die mit einer kostenpflichtigen Mitgliedschaft verknüpft sind, ebenfalls kritisch und hat sich dazu schon mehrfach eindeutig und missbilligend positioniert, u.a. auch in ihrer Zeitschrift zm.

Zurückgehend auf eine rechtliche Analyse eines Richters am Bundesgerichtshof hat die Bundeszahnärztekammer auch ein wettbewerbsrechtliches Verfahren geprüft.

Ausgangspunkt ist eine Entscheidung des BGH von Anfang des Jahres: Das Arztbewertungsportal Jameda hat auf den Bewertungsseiten von Ärzten und Zahnärzten die Werbung von konkurrierenden, hierfür zahlenden Ärzten geschaltet. „Jameda-Premium-Kunden“ dagegen blieben von solcher Werbung verschont. Mit dieser Praxis verlässt Jameda laut BGH die gebotene Stellung als „neutraler“ Informationsmittler. (BGH, Entscheidung v. 20.2.2018 – Az.: VI ZR 30/17)

Eine Hautärztin hatte von Jameda verlangt, sie aus der Datenbank zu löschen. Der BGH hat unter Berufung auf die fehlende Neutralität Jameda verpflichtet, das Bewertungsportal die Klägerin aus seiner Datenbank löschen. Die Verletzung des Persönlichkeitsrechtes müsse der bewertete Arzt nicht akzeptieren. Das Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung überwiege in diesem Fall. Der Argumentation von Jameda, dass nur „vollständige Arztlisten“ dem Recht der Patienten auf freie Arztwahl gerecht würden, folgten die Richter nicht, weil Jameda mit der unterschiedlichen Behandlung von zahlenden Kunden und den übrigen Ärzten und Zahnärzten nicht neutral sei. Unmittelbar nach der Urteilsverkündung hat Jameda auf das Urteil reagiert und verzichtet seither auf das Schalten von Werbung bei nicht zahlenden Ärzten und Zahnärzten. Unter Berufung auf die damit wiederhergestellte Neutralität will Jameda auch zukünftig keine Ärzte aus ihrer Datenbank löschen, auch wenn diese das wünschen.

Wirklich neutrale Informationen sind ein hohes Gut. Die Neutralität hat der BGH daher zur Recht in den Mittelpunkt seiner Entscheidung gestellt. Den Diskurs, ob kommerzielle Bewertungsportale die erforderliche Neutralität tatsächlich bieten, haben wir angestoßen. Wenn das Geschäftsmodell auf der Akquise zahlender Kunden beruht, muss die Mitgliedschaft Vorteile bieten. Vorteile, die die vom BGH geforderte Neutralität zwingend ausschließt.

Die hier diskutierten Argumente wurden von uns der Wettbewerbszentrale zur Prüfung vorgelegt. Die Chancen einer gerichtlichen Auseinandersetzung sind nach Auskunft der Wettbewerbszentrale jedoch gering.

Vor dem Hintergrund, dass nach unserem Kenntnisstand noch gerichtliche Verfahren anhängig sind, musste die Bundeszahnärztekammer bislang davon absehen, die skizzierten Geschäftsmodelle einer gerichtlichen Überprüfung zuzuführen. Wenn diese Verfahren abgeschlossen sind, wird die Bundeszahnärztekammer erneut den Vorgang aktiv angehen. In die Entscheidung werden wir selbstverständlich auch das Ergebnis der von Ihnen durchgeführten Mitgliederbefragung einbeziehen.

PS. Die Gerüchte über mögliche Interessenskonflikte wegen einer Verkettung der Verkettung der Verkettung sind unglaublich absurd und entbehren vollkommen der Realität.

Mit freundlichen Grüßen.

(unterschrieben für die BZÄK von Engel/Oesterreich/Benz)

 

Anmerkung der zahnarzt-forum.info-Redaktion:

Zitat:
"PS. Die Gerüchte über mögliche Interessenskonflikte wegen einer Verkettung der Verkettung der Verkettung sind unglaublich absurd und entbehren vollkommen der Realität."

Die mögliche Verkettung ist eigentlich nicht so kompliziert, mit zwei Clicks steht die Kette:

Click 1, Kammerpräsident Engel ist Aufsichtsratmitglied der Apo-Bank:
https://www.apobank.de/ihre-apobank/die-apobank/organe-und-gremien/aufsichtsrat.html

Click 2, Focus Money (also Burda-Verlag/Jameda) empfiehlt die Apo-Bank:
https://www.private-banking-magazin.de/bankentest-von-focus-money-und-n-tv-17-private-banking-haeuser-ueberzeugen-die-iva-tester/

Der Interessenkonflikt ist also nicht so fern, wie es den Anschein hat.

Offener Brief an die BZÄK bezügl. JAMEDA

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16.01.2019 Offener Brief an die BZÄK wegen JAMEDA-Umfrage 

Sehr geehrte Damen und Herren der Bundeszahnärztekammer,

das zahnarzt-forum.info führte Anfang des Jahres eine Mitgliederbefragung bezüglich JAMEDA durch. Dabei wurde abgefragt, inwiefern die Kollegen die Machenschaften von JAMEDA als Wettbewerbsverzerrung empfinden.

Von 173 Teilnehmern der Befragung haben 116 angekreuzt: „Ich finde Jamedas Geldannahme als Wettbewerbsverzerrung und fordere die Kammer auf, endlich juristisch dagegen vorzugehen“. (genaue Auswertung als graphische Darstellung siehe im Anhang)   ...    (bitte auf "Weiterlesen" clicken)

Kaffeeriese greift nach den Zähnen

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Die "Krönung von Jakobs" kennt jeder aus der Fernsehwerbung der 90er. Nicht so bekannt ist, dass die Familie Jakobs sich mittlerweile auch auf anderen Geschäftsfeldern ausbreitet. Sie besitzt heute bereits nach Angaben der "Handelszeitung" 150 Zahnkliniken, mit einem Jahresumsatz von 330 Mio. Schweizer Franken.

Fernziel ist ein möglichst großes Stück vom lukrativen europäischen Dentalmarkt, der immerhin auf 80 Milliarden Dollar geschätzt wird (Handelszeitung).

Bitte lesen Sie den vollständigen Artikel in der "Handelszeitung":

Krone statt Krönung - wie Jacobs Zahnarztriese wird