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Schneller Zahnpasta-Check
Im Handel sind unzählige Sorten von Zahnpasta erhältlich. Es gibt sie als Creme oder Gel, einige beugen Karies vor oder schützen den Zahn vor Säureangriffen, wiederum andere eignen sich für empfindliche Zähne. Doch welche Zahnpasta reinigt nun wirklich zuverlässig? Welche schont den Zahnschmelz? Aufschluss hierüber gibt ein neues Bewertungsverfahren.
Schöne Zähne wünscht sich jeder. Schließlich symbolisiert ein perfektes Gebiss Gesundheit und Jugend, es kann sogar Karrierechancen beeinflussen. Doch makellose Zähne setzen eine gründliche Mundhygiene voraus. Aber wie gut oder schlecht reinigt eine Zahnpasta, wie wirksam ist sie? Wie muss sie beschaffen sein, um die Zahnstruktur nicht zu beschädigen? Hierfür interessieren sich vor allem die Hersteller von Zahnpflegemitteln. Antwort auf diese Fragen liefern Forscher vom Fraunhofer-Institut für Werkstoffmechanik IWM in Halle. In enger Zusammenarbeit mit dem MikroTribologie Centrum µTC in Karlsruhe haben sie ein neues Verfahren entwickelt, mit dem sie die Schmirgelwirkung von Zahnpasten – Experten sprechen von Abrasivität – im Labor vergleichen und bewerten können.
Gefährlicher Schmirgeleffekt
Ein wichtiger Bestandteil von Zahnpasten sind Putzkörper, auch Abrasivstoffe genannt, die den Zahnbelag mechanisch entfernen. Eine Paste sollte nicht zu abrasiv sein, ihre Schmirgelwirkung also nicht zu stark ausfallen. Über Jahre hinweg kann der Abrieb den Zahnschmelz schädigen, der sich nicht regeneriert. Deutlich ausgeprägter zeigen sich die Schäden zudem am weichen Dentin. Wer freiliegende Zahnhälse hat, sollte daher eine Zahncreme mit geringem Abrieb wählen, empfiehlt die Bundeszahnärztekammer. Wie abrasiv eine Zahnpasta auf die Zahnhartsubstanzen wirkt, hängt von der Härte, Menge und Größe der beigefügten Putzkörper wie Silizium- oder Aluminiumoxid ab. Ein Maß für die Abrasivität ist der RDA-Wert (radioactive dentin abrasion), der über eine Spanne von 30 bis über 200 reicht und in einem aufwändigen Verfahren ermittelt wird. Hierbei bürsten die Tester radioaktiv markierte Dentinproben und bestimmen das abradierte Material anschließend aus der resultierenden Strahlungsintensität der Zahnpasta-Wasser-Mischung. Doch die Aussagekraft des RDA-Werts ist in der Fachwelt umstritten, unter anderem weil die Messergebnisse der Labors mitunter stark variieren.
Abriebraten mit mikrotribologischen Tests bestimmen
Eine alternative Methode zu diesem Radiotracer-Verfahren haben die Forscher vom IWM gewählt. »Mit unserem neuen Ansatz können wir realistische Abriebsraten bestimmen und die Wechselwirkung zwischen der Bürste, dem Zahnschmelz und der Zahnpasta charakterisieren. Zudem sind unsere Tests weniger aufwändig als die zeitintensiven Radiotracerverfahren, die weltweit nur sehr wenige Laboratorien durchführen«, sagt Dr. Andreas Kiesow, Gruppenleiter am IWM. Mit mikrotribologischen Experimenten ist es dem Wissenschaftler und seinem Team gelungen, den Abrieb verschiedener Zahnpasten in mikroskopischer Größenskala zu bestimmen und die Reibwerte zu messen. »Bislang gab es in diesem Zusammenhang keine tribologischen Kennwerte wie den Reibungskoeffizienten«, so Kiesow. Für ihre Experimente verwendeten die Forscher humane Zähne sowie verschiedene, von Industriepartnern hergestellte Zahnpasten. Diese verdünnten sie mit Wasser und Speichel, um so eine Lösung zu erhalten, die in ihrer Konsistenz der Zahnpasta-Speichel-Mischung beim echten Zähneputzen entspricht. Die Reib- und Verschleißtests wurden jeweils mit einer einzelnen Borste – die Experten nennen sie Monofilament – durchgeführt, die in tribologische Spezialgeräte, einen Mikrotribometer und einen Nanoindenter, eingespannt und sowohl in geradlinigen als auch in kreisenden Bewegungen, im letzteren Fall bis zu 8000-mal, über die Probe gezogen wurden. Danach wurde unter anderem die Tiefe der entstehenden Reibspur auf dem Zahn mit hochempfindlichen Instrumenten vermessen. »Wir stellten fest, dass der RDA-Wert der Zahnpasten mit der Abrasionstiefe korreliert: Je höher dieser Wert ist, desto höher fällt der Abrieb aus. Durch die Analyse des Reibwerts erkannten wir außerdem eindeutige Abhängigkeiten zwischen dem Reibverhalten der Borste auf dem Zahnschmelz und der Abrasivität der Zahnpasta«, resümiert Kiesow. Mit dem neuen Verfahren ist es den Forschern möglich, nicht nur die Abrasivität schneller und einfacher zu charakterisieren, sondern auch zu beschreiben, wie unterschiedliche Geometrien von Zahnbürstenfilamenten auf die Zahnoberfläche einwirken und wie die Borstenform idealerweise beschaffen sein sollte. Mit ihrem Know-how können die Experten vom IWM Hersteller von Zahnpflegemitteln bei der Produktentwicklung unterstützen. Profiteur ist letzten Endes der Verbraucher.
Quelle: Fraunhofer-Institut
Neue GEZ-Regelung ab 2013
Ab 01.01.2013 werden die Rundfunkgebühren neu geregelt. Künftig wird die Anzahl der Praxismitarbeiter über den Tarif entscheiden. Auch die bisherige Regelung, wonach Privatfahrzeuge des Inhabers mit Radio gebührenpflichtig sind, wird sich ändern.
Lesen Sie hierzu: Neues zur GEZ-Gebühr in der Zahnarztpraxis
Quelle: KZVB
BRANEMARK – VATER DER OSSEOINTEGRATION
Vor gut 60 Jahre entdeckte Per-Ingvar Branemark durch einen Zufall die „Osseointegration“ und wurde damit zum „Vater“ der dentalen Implantologie. In der DZW erschien kürzlich ein Interwiev mit ihm.
Interview mit Per-Ingvar Branemark (DZW 09/2012)
UPDATE: BISPHOSPHONATE UND KIEFERNEKROSEN
Einst waren die Arbeiter in Streichholzfabriken betroffen. Heute leiden bisphosphonate-therapierte Patienen darunter: Kiefernekrosen.
Neue Erkenntnisse hierzu gab es jüngst bei einer Fortbildungsveranstaltung des Tübinger Zentrums für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde. Die ZM berichtete darüber.
Zum ZM-Artikel Tübinger Bisphosphonate-Symposium
MESSESAISON ERÖFFNET
Die Messesaison hat begonnen und zahlreiche Fachmessen locken ihr Publikum mit interessanten Ausstellern, einem breiten Produktspektrum und allerlei Neuheiten auf ihr Messegelände. Viele innovative Produkte und Dienstleistungen orientieren sich verstärkt an den Bedürfnissen der Patienten und vereinfachen die Behandlungsprozesse. Mit entsprechenden Schwerpunktthemen kann etwa die „Fachdental Leipzig 2012“ aufwarten. Im Mittelpunkt der Messe am kommenden 7. und 8. September stehen die Themen digitaler Abdruck, Prophylaxe und digitale Volumentomographie (DVT).
Ein abwechslungsreiches Fortbildungsprogramm ergänzt das branchenweite Produktangebot der Fachmesse. Auf dem Symposium des Dental Tribune Study Clubs (DTSC) können sich Zahnärzte sowohl am Freitag als auch am Samstag in jeweils fünf einstündigen Themenblöcken fortbilden und dabei bis zu 10 Fortbildungspunkte sammeln.
Ein ähnliches Konzept fährt die „Fachdental Südwest 2012“, die in diesem Jahr einen neuen Ausstellerrekord zu verzeichnen hat. Die Stuttgarter Messe öffnet ihre Pforten am 28. September und geht ebenso wie ihr Pendant in Leipzig über zwei Tage.
Quellen/Foto:
Fachdental Leipzig 2012
Fachdental Südwest 2012

